Ich muss gestehen, vor der Bekanntschaft mit
missboulettes Blog war mir die koreanische Küche vollkommen unbekannt. Wie auch, ich kenne genau gar keine Koreaner real persönlich, restaurantmäßig hat's hier in der Provinz nur China, "Sushi", Thai, das leider alles zu einem wischiwaschi-"asiatisch" verschwimmt. In meiner Zeit in Frankreich hab ich die vietnamesische Küche kennen und lieben gelernt, aber richtig gute Vietnamesen gibt es hier auch nicht. Und so war die koreanische Küche sowas von überhaupt nicht auf meinem Radar. Und dann kam missboulette. (Und heute darf ich bei
Kimchi + mitmachen. Danke!)
Mit ihren
Songpyeon hat sie mich damals angefixt und seither wird gelesen und gesabbert. Und irgendwann hab ich mich dann rangetraut, an die koreanische Küche. Der Fleischkram ist grandios, kann man nur jedem empfehlen, ich könnte grad eine Riesenportion
Schweinebauch, siehe Bild ... es existiert leider nur ein vollkommen euphorisch-verwackeltes Bild vom fertigen Bulgogi meinerseits, das erspare ich euch.
So, und was will se jetzt mit dem Schweinebauch wenn oben doch was von Kimchi steht? Spätestens seit dem
Korea-Kochbuch war ich hin und weg und mir wurde klar, dass das berüchtigte Kimchi nicht immer nur (der mir etwas suspekte) Chinakohl sein muss, sondern dass das mit fast allen anderen Gemüsen auch funktioniert. Und dann ging das große Basteln los.

Mein erstes Kimchi, streng nach Korea-Kochbuch, war Oikimchi, ein einfaches, schnelles Gurken-Kimchi. Und scharf. Meine Herrn, war das scharf. Der Mitesser verzog nach einigen Tagen der Kimchiruhe im Kühlschrank schon das Gesicht und fragte, woher diese olfaktorische Herausforderung stammen würde. "... bekackt übel stinkt." — ich darf zitieren. Ich fand es köstlich und war endgültig angefixt, das nächste Oikimchi war schon deutlich genießbarer. Übung und Erfahrung, gerade wenn man keine koreanische (Groß-)Mutter zum Abgucken hat ...

Die nächste Variante war Radieschen-Kimchi, da hier kein Daikon aufzutreiben ist, frei interpretiert wieder nach dem Korea-Kochbuch. Diesmal maßvoller geschärft und nicht ganz so ultrasalzig wie meine erste Gurkenerfahrung. Und saulecker. Wie man sieht, nur echt mit schwarzen Sesamsprenkeln. Der Kühlschrank beherbergte mittlerweile auch
Gochujang, das dem Mitesser ziemlich suspekt war. Das Zeug riecht schon fies scharf obwohl ich das Medium-Einsteigermodell gekauft hatte.
Spätestens wenn bei mir die Loslösung von Rezepten und die eigene Experimentiererei losgeht, weiß ich, dass es mit einem Gericht oder einer Zubereitungsart gefunkt hat. Und so wurschtel ich mittlerweile an meiner eigenen Idee von
Namul und Kimchi rum, mit mehr oder weniger präsentablen Ergebnissen. ;) Hier unten seht ihr ein Karotten-Rettich-Irgendwas, gesalzen und entwässert, koreanisch gewürzt mit Reisessig, geröstetem Sesamöl, Gochujang und schwarzem Sesam. War sehr lecker zu oben gezeigtem Schweinebauch.
Liebe missboulette, ich verleihe dir hiermit die Kimchi-Verdienstnadel in Gold für behutsame Heranführung an die koreanische Küche und vor allem an Kimchi. Und danke für die Einladung zum Essen! Damit es nicht langweilig wird, sind die nächsten Ziele auch schon gesteckt: "Richtiges" Chinakohl-Kimchi machen und langsam die Verträglichkeit austesten, bei allem wo "Kohl" draufsteht, bin ich seit meiner FI etwas vorsichtig, auch wenn Chinakohl angeblich eher gehen sein soll. Außerdem fände ich ein Auberginen-Kimchi gut, hast du da eine Idee? Und irgendwann muss mir jemand mal ein original koreanisches Kimchi servieren. ;)
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