
Äääääh-gypten. Ägyptische Küche war bislang zugegebenermaßen nicht unbedingt im Fokus meines Interesses. Da uns
Tobias aber in seinem Mittelmeer-Dauerblogevent „zwingt“ ;) uns durch die Mittelmeer-Länderküchen zu arbeiten gibts hier nun auch ägyptisch!
Der brave Foodblogger rennt also zuallererst in die Kochbuchabteilung des favorisierten Buchladens und findet vor lauter Mode- und Fernsehköchen das Länderküchen-Regal nicht. Italien und diverse Asiatika sind zu Hauf vorhanden. Orient ist schon weniger.
Oriental Basics. Hm, ne. Ist am Ende genau so unspezifisch was die Länder-Rezepte-Zuteilung angeht wie dein schon im Regal stehendes
Orient — Küche und Kultur. Aber Ägyptische Küche? Fehlanzeige.
Oriental Basics auf die „demnächst mal kaufen Liste“ gesetzt (auch wenn der Aufmacher-Spruch „Der nächste Trend heißt Orient!“ etwas gruselig ist) und wieder heim marschiert. Auch
amazon.de hält sich erschreckend bedeckt. Zumindest gibt es nichts, was ich unbesehen kaufen würde.
Also doch wieder an das
Orient — Küche und Kultur. Das Buch an sich gefällt mir sehr gut, es ist eher ein kulinarischer Reiseführer und generelle Einführung in die orientalische Küche und kulinarische Lebensart als reines Kochbuch. Natürlich ist klar, dass sich die Rezepte in einem Kulturkreis relativ ähnlich sind, eine größere Ausdifferenzierung der Rezepte nach Ländern hätte ich aber schön gefunden, 180 Rezepte werden 14 Ländern so nicht wirklich gerecht, der Gesamtüberblick und das orientalische Feeling kommen hingegen gut rüber. Zwar steht in den Beschreibungen gelegentlich, dass die Tajine z.B. typisch marokkanisch ist und Foul das marokkanische Nationalgericht, aber für meinen Zweck möglichst schnell ein paar ägyptische Rezepte aufzutreiben ist es nicht gerade hilfreich. Im Anhang erfährt man mehr über die in den einzelnen Ländern favorisierten Gerichte, in Äypten sei das Hummus, Falafel, dafür weniger Mezze, natürlich Foul, Kebab, Kufta, Kushari (für das leider kein Rezept im Buch ist, das hätte mich jetzt mal interessiert, zum Glück hilft
Robert weiter) und natürlich Om Ali. Getränke: Tee mit Minze oder aus Malvenblütenblättern.
Der Anhang hat übrigens auch ein hilfreiches Glossar zu ungewöhnlichen Zutaten, eine Doppelseite zur orientalischen Tischdeko, einige Menüvorschläge sowie ein umfangreiches Register und Rezeptverzeichnis. Alles in allem ein schönes Buch, zu dem ich öfters greife, wenn mir nach 1001 Nacht ist. Die Einführungskapitel taugen auch zum „einfach so“ lesen.

Aber zurück zur Rezeptfindung. Im Netz finde ich dann doch noch mehr Informationen zu typischer „egyptian cuisine“. Tamarindenlimonade! Klingt gut, oder?
Tamarindenmark habe ich für die Thai-Küche sowieso im Kühlschrank. Die Konsistenz ist klebrig-teerig und der Geschmack ist süßsäuerilch, ähnlich wie Zitrone aber trotzdem ganz anders. Man kann die Tamarindenlimonade auch aus gepresster oder frischer Tamarinde machen, aber wenn die simple Methode schon im Kühlschrank steht... Das Rezept unten ist vollkommen an meinen eigenen Geschmack angepasst, einfach ein bisschen experimentieren.
Orient — Küche und Kultur schlägt auf einen Liter Wasser 100 g Tamarindenmark aus dem Glas und 150 g Zucker vor. Ich tippe aber darauf, dass gepresste Tamarinde gemeint ist, nicht das, was ich hier als Tamarindenmark zu kaufen bekomme.
Vom Geschmack her gefällt mir die Tamarindenlimonade sehr gut. Sie hat eine andere Säure als beispielsweise Zitronen und ist sehr erfrischend. Natürlich ist der Tamarindengeschmack deutlich zu schmecken, den sollte man natürlich mögen. ;) Der Zuckergehalt lässt sich nach den individuellen Vorlieben anpassen. Da eigentlich nichts Verderblichkeitskritisches im Rezept ist, kann man bestimmt auch prima einen Sirup aus den Zutaten kochen (dementsprechend natürlich weniger Wasser), im Kühlschrank aufbewahren und nach Bedarf ohne großen Aufwand ein Glas tamr hindi genießen.
Im Buch wird als Zugabe bzw. Knabberkram zum Rezept noch ein Spießchen mit getrockneten Feigen sowie Kürbiskerne nebenbei empfohlen, zur Deko ein paar Minzblätter. Schmeckt aber auch pur.
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