Indische Curries sind die Geißel des Fruktoseintoleranten. Oder vielmehr die Riesenmengen an Zwiebeln, die der Inder pflegt so ins Curry zu kippen. Vielleicht auch ein bisschen der andere Gemüsekram, aber Zwiebeln sind des Teufels. Foodina
möchte, dass wir ihr indisch kochen. Ich möchte indisch kochen, ohne Zwiebeln. Und am besten auch ohne Gemüse. Ja, lacht nur! Nach längerer Recherche und Mut zur Kartoffel kann ich stolz behaupten: Es ist möglich! ;) Ich mag mir allerdings gar nicht vorstellen, wie noch viel leckerer dieses Curry schmecken würde, wenn auch noch so ein Grundaroma von angerösteten Zwiebeln dabei wäre. Für die ausreichende Bindung sorgen allerdings auch die Kartoffeln. Ein sämiges Sößchen kam dabei raus. Und à propos Sößchen: Ich war so frei die Soßengrundmenge von
Foodinas Originalrezept zu verdoppeln. Ich hab hier so nen Großsoßenvernichter mitessen ...
Was mich immer halb wahnsinnig macht in indischen Rezepten ist die nicht gerade überschaubare Zutatenliste samt Arbeitsanweisungen. Ich bin normalerweise nicht so der Typ für mise en place, aber hier ist ein wenig Planung im Vorfeld eindeutig von Vorteil, nicht dass man hinterher die Hälfte der Gewürze vergisst. Foodina sagt, dass da Übung helfe. Ich bin gespannt. Dieses Korma wird's auf jeden Fall wieder geben. Falls jemand noch Vorschläge hat für fruktosearm abwandelbare indische Gerichte, nur her damit! Ich wühle mich derweil weiter durch Foodinas unerschöpflichen
indischen Rezeptefundus.
Safed Murgh Korma für 2-3 mit ausreichend Soße
2 TL Mohnsamen
120 ml Wasser (1)
50 ml Ghee (1)
50 g gehäutete Mandeln (ungehäutet geht auch, aber dann gibt's braune Krümel)
50 g Cashews
2 Lorbeerblätter
2 mittelgroße Kartoffeln (nicht FI-ler dürfen 350 g Zwiebeln benutzen)
2 grüne Chilischoten
6 grüne Kardamomkapseln
250 ml Wasser (2)
1-2 EL Ghee (2)
2 TL Ingwer, frisch, gerieben
2 TL Knoblauch, frisch, gerieben
2 Nelken
400 g Huhn
150 g Joghurt (laktosefrei)
300 ml Wasser (3)
Salz
Muskatnuss, frisch gerieben
Macis
grüne Chilischoten
evtl. mehr Wasser (4)
Mohn etwa 1 Stunde im Wasser (1) einweichen, Wasser abgießen, Mohn mörsern. 50 ml Ghee in einem Topf erhitzen, Mandeln, Cashews und Lorbeerblätter auf mittlerer Hitze 7-8 Minuten braten. (Gut rühren. Verbrannte Nüsse sind uncool.) Die Kartoffeln fein würfeln (etwa 5 mm Kantenlänge) und 10 Minuten mitbraten. Chilischoten hacken und mit Kardamom und Mohn noch 3-4 Minuten anschwitzen. 250 ml Wasser (2) dazugeben und ca. 10 Minuten köcheln bis die Kartoffeln weich sind. Das Ganze etwas abkühlen lassen, Kardamomkapseln (teilweise) und Lorbeer herausfischen und im Mixer pürieren. (Ich steh nicht auf zuviel Kardamom, drum hab ich ein paar rausgenommen, bei Foodina bleiben sie drin. Entscheide selbst. ;))
Im Topf 1-2 EL Ghee (2) zusammen mit Ingwer, Knoblauch und Nelken 1 Minute erhitzen, die längs halbierten (oder kleiner gehackten) Hühnerbrüste darin anbraten. Sobald der Fleischsaft verdampft ist, den Joghurt unter Rühren (sonst flockt's aus) hinzugeben. Die Paste einrühren und die Reste der Paste mit etwa 300 ml Wasser (3) aus dem Mixer lösen und ebenfalls in den Topf geben. Mit Salz, Macis, Muskat und eventuell mehr grünen Chilischoten abschmecken.
Das Huhn auf niedriger Hitze etwa 30 Minuten gar ziehen lassen, Soße bei Bedarf mit etwas Wasser (4) verlängern, mit mehr Salz abschmecken.
Dazu passen Naan, Reis oder Kartoffeln und Gemüse.