Milchreis bzw. Reispudding kennt man ja. Soweit so unspannend. Genial wird das aber mit der Methode hier, wobei der Pudding stundenlang im Ofen bei niedriger Temperatur vor sich hin simmert. Die Milch karamellisiert schön langsam und wird zu dem Besten, was Milchreis je hat passieren können.
An Aromagebern ist natürlich alles erlaubt was gefällt, ich habe eine milde Ceylon-Zimtstange verwendet, Vanille oder Zitrone kommt bestimmt auch gut. Für die orientalisch Veranlagten würde ich Kardamom, Sternanis oder Cassia-Zimt empfehlen. Oder eine Mischung daraus. Obendrauf kann man sich mit gehackten Nüssen oder getrockneten Früchten austoben. Je nach Krankheitsgradverträglichkeit. Man muss aber auch überhaupt nicht krank sein, um den Reispudding hier toll zu finden.
Für eine ordentliche Menge (etwa 8 Portionen, als Nachtisch)
140 g Milchreis
112 g Zucker (Original: 225 g)
1 Prise Salz
1,9 Liter Milch (jip, kein Tippfehler)
1 Zimtstange (nach Geschmack)
Den Ofen auf 160°C vorheizen. Alle Zutaten in einer großen Gratinform (mind. 2,8 Liter) vermischen, gut verrühren und in den Ofen stellen. (Note to self: Pyrex-Form reicht knapp.) 30 Minuten backen, dann umrühren. Weitere 30 Minuten backen, umrühren. Die Milch sollte langsam eine blasige Haut bekommen (einfach unterrühren) und der Reis langsam aufgehen, falls nicht, weiterbacken, weiterrühren. Geduld ist das Zauberwort. (Und ich muss ehrlich gestehen, ich hab nicht auf die Uhr geschaut, wie lange es schlussendlich gedauert hat.)
Sobald der Reis richtig dick wird und die Haut stärker und dunkler wird der Pudding langsam fertig, ab dann im 10-Minuten-Intervall nachsehen, dabei jedesmal umrühren.
Der Pudding ist fertig, wenn der Reis gut aufgegangen ist und die Milch gut eingedickt ist, aber immer noch etwas flüssig. Die Farbe des Puddings erinnert an hellen Milchkaramell / dulce de leche. Warm, lauwarm oder kalt genießen, auch mit Drüberstreukram nach Wahl: Kokosflocken, gehackte Nüsse, getrocknete oder frische Früchte ...
Anmerkungen: Rezept umgerechnet und angepasst nach Bittman, Zuckermenge um die Hälfte reduziert. Es ist für deutsche Gaumen immer noch gut süß, ich denke, geschmacklich kann man noch gut auf 50-75 g Zucker runtergehen, die Frage ist dann nur, ob die Milch noch so schön karamellisiert. Freiwillige vor!