Mittwoch, 24. März 2010
Cebollitas en escabeche dulce (Zwiebelchen in süßer Marinade)
Ha! Frühling!
Morgens schon ohne Jacke aus dem Haus, abends das Abendessen ohne elektrisches Licht oder Blitz fotografieren. Traumhaft. :)
Etwas zickiger als mein Abendessen verhalten sich leider diese äußerst leckeren Zwiebelchen vor der Linse. Es ist schwierig, eine Masse weichgekochter roter Zwiebelachtel in appetitanregender Form zu präsentieren. Geschmacklich entschädigen sie allerdings für die mangelnde Fotogenität mit einem süßsauren Aroma zum Reinsetzen.
Das Rezept stammt aus José de las Casas' Die Tapas-Bar und war schon länger auf meiner to-do Liste, dank Katja von Kaffeebohne habe ich es wieder entdeckt, zufälligerweise eine große Menge Zwiebeln zu Hause gehabt und direkt losgelegt.
Das Buch von de las Casas ist ein schnickschnackfreies, kleines Heftchen, zwar ohne Bilder, dafür mit vielen originalgetreuen und bodenständigen Tapas-Rezepten. Die Auberginen- und Zucchiniröllchen sind göttlich! Obwohl ich einige Tapas-Kochbücher besitze, ist mir dieses Heftchen das Liebste, weil die Gerichte haargenau so in jeder beliebigen spanischen Tapas-Bar serviert werden würden.
Für meine gedrittelte bis halbierte Menge fand ich es unmäßig den Ofen so lange anzuwerfen, wie es das Originalrezept vorsieht, das Resultat aus dem kleinen Kochtopf überzeugt aber vorbehaltlos. Als Teil einer Tapasauswahl sind die Zwiebeln sicherlich sehr passend, ich kann sie mir aber auch als Beilage zu einem Steak oder Braten sehr gut vorstellen. Warm bis lauwarm sind sie göttlich, kalt wurden sie bei mir nicht.
Mit Schalotten oder kleinen Zwiebelchen werden die Tapas bestimmt feiner, ich liebe aber den Geschmack von roten Zwiebeln. Am besten nehme man, was man hat. ;)
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Donnerstag, 18. März 2010
Zitronen-Mohn-Kuchen (Lemon Poppy Seed Bundt Cake)

Angeregt durch Paules Zitronen-Mohn-Variationen gab es hier am Wochenende auch diese für mich bisher vollkommen unbekannte Geschmackskombination. Es war Liebe auf den ersten Biss!
Zuerst wollte ich den Zitronenkuchen nach Jamie Oliver backen, Mandeln hatte ich jedoch nicht im Haus, also wurde es ein freestyle-Rührkuchen nach Poundcake-Art, jedoch mit weniger Zucker, da der Kuchen nach dem Backen noch mit (sehr köstlichem) Zitronensirup getränkt wird. Dieser gibt übrigens, wenn man die Zitronenmenge noch etwas erhöht, einen wunderbaren Limonadengrundstoff.
Als Form hat eine 2 Liter Gugelhupfform (in den USA bekannt als Bundt pan) hergehalten. Das praktische an der Form ist, dass die Teigmenge recht variabel ist. Bei angepasster Backzeit kann man also problemlos mindestens das doppelte Rezept für diese Form herstellen, damit ist dann das Kaffeekränzchen versorgt. Für einen zwei-Personen-Haushalt, der 2-3 Tage ein paar Stücke Kuchen möchte, sollte das Rezept wunderbar ausreichen. Für das hier angegebene Rezept müsste, wenn man keine Gugelhupfform hat, auch eine 20-22 cm Springform passen. Gut verpackt wird der Kuchen dank des Sirups auch nach ein paar Tagen nicht trocken. Wer ganz sicher gehen möchte, macht noch einen zitronigen Zuckerguss auf den Kuchen. Für Zuckerschocks übernehme ich keine Haftung.
Eine erschöpfende Auswahl an englischsprachigen Bundt-Cake-Rezepten gibt es übrigens bei The Food Librarian, anlässlich des "National Bundt Cake Day" von letztem Jahr. Und den Pi-Day haben wir wieder knapp verpasst. ;)
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Donnerstag, 11. März 2010
Battenberg Cake, Thursday Next und Vegas
Seit der Lektüre von Jasper Ffordes Thursday Next Romanen hatte ich mir fest vorgenommen einen Battenberg Kuchen zu backen. Der Artikel von cakespy auf Serious Eats war dann der letzte Aufhänger. Und ein Kuchen zur Dekoration meines neuen Kaffeeservices musste ohnehin her!Thursday Nexts Mutter hat praktisch immer einen Battenberg Kuchen irgendwo in der Wohnung herumstehen, zur Verköstigung der Hausgäste und der Familie. Ffordes Romane spielen in einer fiktiven Parallelwelt, in der Großbritannien immer noch mit Russland im Krimkrieg liegt, Wales eine eigene Republik ist und alles auf eine ungeheuer liebenswürdige Art irgendwie anders scheint. Längst ausgestorbene Tierarten wie Dodos, Beutelwölfe oder Mammuts werden geklont und bevölkern englische Wiesen (die Mammuts) und Wohnzimmer (die Dodos und Beutelwölfe). Man schippert gemütlich in Zeppelinen statt in Flugzeugen durch die Gegend und die Literatur hat einen vollkommen anderen Stellenwert als in unserer Gesellschaft. Es ist eine wirklich literaturversessene Welt, eine beliebte Abendunterhaltung besteht darin sich die wöchentliche "Hamlet"-Aufführung anzusehen, die Darsteller sind wechselnde Laienschauspieler aus dem Publikum, die inbrünstig die ohnehin bei jedermann auswendig abrufbaren Weltklassiker geben. Der eigentliche Clou ist jedoch das Bücherspringen. Sowohl die Romanfiguren als auch besonders talentierte "normale" Menschen, sind fähig sich in Bücher zu lesen und darin wie in einer ganz normalen Welt zu agieren. Wer sich ein wenig mit Literatur, und der englischsprachigen im Besondern, auskennt, wird seine helle Freude an dieser Romanserie haben. Fforde schafft es auf liebenswerte Weise berühmte und berüchtigte Protagonisten aus der Weltliteratur in seine Handlung zu integrieren und entlockt einem beim Lesen desöfteren amüsiertes Grinsen bis schallendes Gelächter.
Aber zum Battenberg: Das heitere pink-gelbe Schachbrettmuster wird in Großbritannien auf jedem Teetisch gerne gesehen, der Großteil der Briten scheint den Kuchen jedoch fertig fabrikproduziert zu erstehen. Die Herstellung ist allerdings wirklich auch für Anfänger geeignet. Aus dem gleichen Teig entstehen zwei verschieden gefärbte Kuchenplatten, diese werden etwas getrimmt und mit Aprikosenmarmelade im Schachbrettmuster zusammengepappt. Als Umhüllung dient Fondant oder Marzipan, ich habe mit 200g Marzipanrohmasse gute Ergebnisse erzielt, Ungeübte nehmen vielleicht etwas mehr. Aromatisieren kann man den Kuchen ganz nach Lust und Laune, wobei man den Marzipangeschmack der Umhüllung berücksichtigen sollte. Mein Battenberg mit Vanille und Amaretto / Bittermandel hat ganz wunderbar harmoniert. Kräftigeren Rumgeschmack könnte ich mir auch gut vorstellen, oder dezente Zitrusaromen. Ich habe verschiedene Rezepte recherchiert und mich schließlich für das von Cakespy entschieden. Schon allein wegen der hübschen Aquarelle. :) (Cakespy hat das Rezept wohl urspünglich von Bron Marshall. Die Seiten des BBC haben ein ähnliches Rezept, mit metrischen Angaben. Ich habe ja zum Glück meine neuen M-Cups. ;))
Das Service "Vegas" wurde mir freundlicherweise von endlichzuhause.de zu Testzwecken überlassen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir Porzellan im Netz zu bestellen. Dazu kenne ich unsere Paketboten (bzw. den generellen Umgang mit Paketen bei den diversen Zustelldiensten) zu gut, bzw. hatte schon dementsprechende Erfahrungen mit fallengelassenen Paketen. (Es waren "nur" Bücher.) Entsprechend wenig verwundert war ich, als der Karton mit einer großen Macke ankam. Dem Inhalt ist dank Luftpolsterfolie nichts passiert, der war obendrauf in der Originalverpackung mit Wellpappe zwischen den einzelnen Artikeln. Leider haben einige Teller feine Kratzer, die scheinen jedoch noch aus der Produktion zu stammen. Naja, einem geschenkten Gaul und so... Selbst gekauft hätte ich mir das Service vermutlich auch nicht, mal abgesehen, dass ich es vorher irgendwo hätte begrabbeln wollen, um ein Gefühl für das Gewicht und die Qualität zu bekommen. Es ist zwar noch relativ schlicht, ich mag jedoch ganz klare Formen lieber (oder total verkitscht-verspielt, oder asiatisches Geschirr, oder wirklich modern..), das Dreieckige des Vegas von Ritzenhoff & Breker wirkt ein bisschen "gewollt modern". Und es hat das typische Problem eines Kaffeeservices.. Die Tassen fassen ca. 125 ml, ich bin 500 ml Teepötte gewöhnt. Aber wenigstens hab ich jetzt eins falls mal ein plötzliches Kaffeegesellschaftssturmkommando einfällt. ;)
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Donnerstag, 4. März 2010
Ruft schonmal Dr. Frankenstein!

Ich habs nicht so mit Käsekuchen. Schon nicht in normaler Form. Meine Käsekuchenunfähigkeit + kleine Soufléeförmchen = Supergau.
Aber es war lecker. Immerhin.
















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