Dienstag, 13. April 2010
Mushi Pan (japanische gedämpfte Küchlein)
Soviel zum selbstgefassten Vorsatz mit den Kuchen etwas langsamer zu machen. Bei "japanisch" und "Dämpfen" war der Spieltrieb geweckt. Im Gegensatz zu "normalen" Muffins kommen die Mushi Pan in meiner Variante ohne Fett, ohne Milchprodukte / Laktose und vor allem ohne Backofen aus. Ideale Teilnehmer für das "ohne"-Blogevent bei 1x umrühren bitte! Traditionell werden diese kleinen japanischen Muffin-Verwandten über Wasser gedämpft, bei Wagashi Maniac habe ich allerdings den Tipp mit der Mikrowelle gefunden, das musste ausprobiert werden. Was mich an dem Rezept von Amato gestört hat war der Frischkäse, den habe ich, wegen Laktoseintoleranz, grundsätzlich eher nicht im Haus, das Ausweichrezept von chabashira.de ist jedoch auch in der Mikrowelle halbwegs gelungen, ich habe Öl statt Butter verwendet. Saftig war trotzdem kein passendes Attribut für die erste Ladung Küchlein, etwas feuchtes oder fettiges hätte noch gut dazu gepasst. Ich empfehle zu diesem Zweck mal ungetestet Amatos Matcha-Buttercreme oder Erdnuss-Sesam-Creme bei Wagashi Maniac.
Versuch macht kluch und weiter ging die Suche nach Rezepten. "New in Nippon" brachte dann die Erleuchtung. Komplett ohne Fettzusatz (lediglich zwei Eier), mit Fruchteinlage und problemlos laktosefrei abwandelbar. Und das Ergebnis hat 100% überzeugt. Saftig, weich, lecker! Ideale Begleiter zum Frühstücks- oder Nachmittagstee oder als Einwohner einer Bento-Box. Nach dem Auskühlen in Frischhaltefolie gewickelt und kühl aber nicht im Kühlschrank aufbewahrt sind die kleinen Kuchen auch noch am nächsten Tag fluffig und saftig.
Auch die möglichen Füllungen haben meinen Spieltrieb geweckt: Mohn, Nüsse, Trockenfrüchte und alles was frühlingshafte Obstkörbe anbieten, wird im Geiste bereits auf Kombinierbarkeit und Genussfaktor untersucht. Die Lunchboxen der nächsten Wochen sind gesichert.
Als Formen bieten sich natürlich Silikon-Muffinförmchen an, kleine Soufflé- oder Mini-Ramequin-Förmchen funktionieren auch prima und sehen etwas edler aus. Nach dem Auskühlen lassen sich die Küchlein selbst aus ungefetteten Förmchen einfach lösen, Ängstliche benutzen Papier-Muffin-Förmchen.

für 3 Mushi Pan in Ramequin- oder Soufflé-Förmchen, 7 cm hoch, 9 cm Durchmesser:
2 Eier
2 EL laktosefreie Kuhmilch, Sojamilch, Reismilch o.ä.
1,5 EL brauner Zucker
100 g 405er Mehl
1/2 TL Backpulver
1 Birne, gewürfelt (wahlweise auch 130-150 g anderes Obst oder Beeren)
etwas unbehandelte Zitronenschale
Eier, Milch und Zucker mit dem Schneebesen verrühren, Mehl und Backpulver mischen und unter die Eimasse rühren, bis gerade eine homogene Masse entsteht. Der Teig sollte gut vom Löffel fallen und schon recht feucht sein, nach Bedarf Flüssigkeit anpassen.
Birne bzw. anderes Obst sowie Aromaten unterheben, Teig in 3 Soufflé-Förmchen füllen (die Förmchen sollten 2/3 voll sein) und 15 Minuten bei mittlerer bis starker Hitze dämpfen. Stäbchenprobe.
Nach dem Garen die Mushi Pan entweder warm aus den Förmchen löffeln oder abkühlen lassen, mit einem Messer vom Rand lösen und vorsichtig stürzen.

Der Vollständigkeit halber hier die für meinen Geschmack noch bearbeitungswürdige Variante von chabashira.de sowie eine kurze Mikrowellenanleitung:
für 4-6 Mushi Pan in Silikonmuffinförmchen:
1 Ei
40 g Zucker (anteilig Vanillezucker genommen)
20 g Butter, geschmolzen (neutrales Pflanzenöl genommen)
50 g Milch
100 g Mehl
1 TL Backpulver (nächstes mal 1/2 TL)
Ei mit Zucker schaumig rühren, nacheinander Butter und Milch einrühren. Mehl und Backpulver vermischen und kurz unterrühren bis der Teig gerade klümpchenfrei ist.
Nach Geschmack Rosinen, Nüsse oder was gerade bei der Hand ist unterrühren. Teig in 4-6 (bei mir 5, besser wären 6 gewesen) Muffinförmchen füllen und 15 Minuten bei mittlerer bis starker Hitze dämpfen.
Alternativ zum Dämpfen können die Küchlein auch in der Mikrowelle zubereitet werden. 5 Minuten auf 150 Watt, dann nochmal 1,5 Minuten auf 500 Watt, dann in 30 Sekunden-Schritten langsam zum "durch" arbeiten. Je nach Küchleingröße / Menge sind sie nach den ersten 6,5 Minuten schon gar, daher beim ersten Mal am besten genau notieren wie voll die Förmchen waren und wie lange es gedauert hat. Saftiger werden sie jedoch beim traditionellen Dämpfen.
Ich musste meine Silikonförmchen drehen, da sie zum inneren der Mikrowelle hin noch nicht durch waren:
5 Minuten auf 150 Watt, 1,5 Minuten auf 500 Watt, drehen, nochmal 2 Minuten auf 500 Watt hat bei mir für 5 Förmchen mit der Teigmenge aus diesem Rezept geklappt.
Kommentare (6) | Trackback (1)
Barbara - #1 - 15.04.2010 08:38 - (Antwort)
Die Mikrowelle haben wir irgendwann mal verschenkt - aber davon abgesehen sind das nette Teile.
Gedämpfte Brötchen sind irgendwie was anderes als die gebackenen, die hier sehen gut aus - so schön fluffig locker auf dem unteren Foto. :-)
Evi - #1.1 - 15.04.2010 18:33 - (Antwort)
Mikrowelle ist im Hause kochen375 unerlässlich zum schnellen und stressfreien Erhitzen von Dinkelkissen. Ich dachte lange, mehr kann die nicht. ;)
Die Mushi Pan sind superfluffig, dabei habe ich die Menge an Backpulver, die diverse Rezepte aus dem Netz hatten an denen ich mich grob orientiert habe, noch drastisch reduziert, da beim ersten Versuch das Backpulver ziemlich stark hervor schmeckte.
Dämpfen erzielt ein wesentlich hübscheres Ergebnis was die Fluffigkeit angeht, als die Mikrowelle. Hier wird nur noch gedämpft. Die Mikrowelle darf weiter Dinkelkissen heiß machen. ;)
kekstesterin - #2 - 16.04.2010 21:26 - (Antwort)
Mikrowelle habe ich auch keine, aber große Lust, diese fluffigen Teilchen mal auszuprobieren - danke für's Vorstellen!
Evi - #2.1 - 21.04.2010 08:19 - (Antwort)
Mit Obsteinlage gefallen sie mir am besten, da sind sie fluffig und supersaftig, viel Spaß beim Rumprobieren!
Amat? - #3 - 20.05.2010 07:53 - (Antwort)
Evi, ich habe (glaube ich) irgendwo noch ein Mushipan Rezept mit Okara bzw. Tofu, das muss ich aber noch testen.
Okara ist das Nebenprodukt der Tofuherstellung, in Japan kann man das überall frisch kaufen.
Beim Dämpfen werden solche Sachen immer noch saftiger als in der Mikrowelle, mit der ist es aber ganz besonders schnell. :-)
Evi - #3.1 - 20.05.2010 08:06 - (Antwort)
Nach dem Gepappse in der Mikrowelle und dem Umdrehen für gleichmäßiges Garen mach ich das mittlerweile lieber fix im Dämpftopf. Da komm ich zeitlich besser weg weil ich nicht nebendran stehen muss und den Gargrad checken.
Immer her mit den neuen Mushi Pan Rezepten! Ich bin eher ein Tofu-Phobiker, vielleicht kannst du mich ja bekehren. ;)
















Mit Grüntee statt Obst: Matcha Mushi Pan.
Aufgenommen: Jun 05, 09:50